"Geysir als Endpunkt einer Zeitreise"
"Werden Sie das Geysir-Erlebniszentrum als neues Projekt des Vulkanparks bewerben?"

"Selbstverständlich wird die Vulkanpark GmbH dies tun. Der Geysir geht als weitere
Attraktion des Gesamtprojektes Vulkanpark an den Start, und die Zusammenarbeit mit
den Kollegen der Geysir.info gGmbH funktioniert sehr gut. In den vergangenen Monaten
haben wir bereits einen gemeinsamen Auftritt vorangetrieben. Der Geysir taucht
beispielsweise unter dem Dach der Gesamtmarke 'Vulkanpark' in unseren Werbe-
anzeigen auf und wird in der Gesamtbroschüre mit dem Titel 'Zeitreise in die Welt      
der Eifelvulkane' ausführlich beworben. Darüber hinaus haben Vulkanpark GmbH und
Geysir.info gGmbH an diversen Touristik-Messen teilgenommen und eine Roadshow    
mit dem Vulkanbus der Rhein-Mosel-Verkehrsgesellschaft in Köln, Bonn und Siegen
durchgeführt."

"Halten Sie die prognostizierte Zahl von jährlich 100.000 Besuchern des Andernacher
Geysirs für realistisch?"

"Diese Frage möchte ich mit einem klaren Ja beantworten. Allerdings macht die derzeitige
Wirtschaftskrise neben der Touristikbranche auch musealen Einrichtungen - und damit
dem Vulkanpark in doppelter Hinsicht - zu schaffen. Unter normalen wirtschaftlichen
Bedingungen sind 80.000 bis 100.000 Besucher meines Erachtens realistisch. Andernach
liegt an der wunderschönen Rheinschiene und damit an einem der touristisch bedeut-
samsten Verkehrsströme des Landes Rheinland-Pfalz. Ich möchte noch anmerken, dass
hinter dem Geysir-Erlebniszentrum die Machbarkeitsstudie eines renommierten
Beratungsunternehmens aus Bremen steht. Inhaltlich und methodisch sehe ich keinen
Grund, diese Studie anzuzweifeln. Und dennoch muss ich als ehemaliger Marktforscher
sagen, dass derartige Studien immer auch Prognosen sind, die mit einer gewissen
Unsicherheit behaftet sind. Im konkreten Fall ist diese Unsicherheit die allgemeine
Wirtschaftskrise. Doch auch die geht irgendwann vorüber."

"Der Lava-Dome in Mendig und das Geysir-Zentrum ähneln sich: Beide Einrichtungen
stellen Aspekte des Vulkanismus in der Region dar. Wie haben sich die Besucherzahlen 
im Vulkanmuseum entwickelt? Kommen die Besucher auch ein zweites Mal?"

"Die Besucherzahlen im Lava-Dome haben sich erwartungsgemäß entwickelt. Im Jahr    
der Eröffnung  2004 lagen sie noch deutlich unter den Folgejahren, weil 2004 noch kein 
volles Geschäftsjahr für den Lava-Dome darstellte. Seit 2005 befinden sich die Besucher-
zahlen auf einem konstant hohen Niveau und schwanken rund fünf Prozent um den
Mittelwert der Jahre 2005 bis 2008. Wir konnten dabei feststellen, dass viele Besucher
tatsächlich 'Wiederholungstäter' sind, den Lava-Dome also durchaus ein zweites, drittes
oder viertes Mal besuchen. Es gibt sogar Besucher, die jedes Jahr kommen. Und das ist
beileibe kein Phänomen des Lava-Domes allein. Auch das Infozentrum Rauschermühle    
in Plaidt und das Römerbergwerk in Kretz begrüßen jedes Jahr aufs neue alte Bekannte.

In Ihrer Frage sprechen Sie an, dass die Ausstellungen sich ähneln. Dem entnehme ich
eine indirekte Frage: Warum soll jemand, der den Lava-Dome gesehen hat, noch den
Geysir besuchen? Lassen Sie mich einen Vergleich ziehen: Jemand, der das Porsche-
Museum in Stuttgart besucht hat, mag sich trotzdem noch für ein Eisenbahnmuseum
interessieren, obwohl es doch in beiden Fällen um das Thema Mobilität geht. In unserem
Fall erklärt der Lava-Dome den Vulkanismus - und zwar weltweit, nicht nur den der
Osteifel. Im Geysir-Erlebniszentrum erfahren wir, welchen Einfluss vulkanische
Phänomene noch heute auf unser Leben haben, auch wenn die Vulkane bei uns Gott    
sei Dank nicht mehr aktiv sind. So gesehen markiert der Geysir den Endpunkt einer
Zeitreise, die vor über 200.000 Jahren begann, und die man in Gänze nur im Vulkan-  
park des Landkreises Mayen-Koblenz erleben kann."
...sprang der Andernacher Kaltwasser-Geysir, als die Heinz-Sielmann-Stiftung in diesem
Sommer das schönste Naturwunder Deutschlands suchte. Dafür hatte die Stiftung des
vor kurzem verstorbenen Tierfilmers auf ihrer Internetseite 42 Natur-Attraktionen zur
Auswahl gestellt. Rund 20.000 Menschen beteiligten sich an dem Wettbewerb. Das
Wattenmeer errang mit 11,3 Prozent der Stimmen den Spitzenplatz. 4,3 Prozent konnte
der Geysir ergattern - für einen Newcomer ein großartiges Ergebnis!
"Hallo, Herr Busch, ich bin das Maskottchen Ihres Parks und noch ein äußerst aktiver Vulkan, vergessen Sie das nicht!"
Aus dem Stand auf Platz 8...
© 2009-2019 Wolfgang Broemser
"Diese Nachricht geht mir runter wie Bier!" Das kann nur einer sagen.
Interview mit dem Geschäftsführer der Vulkanpark GmbH, Jörg Busch, über die Zusammen- arbeit zwischen der kreiseigenen Gesellschaft und der Andernacher Geysir.info gGmbH: